Uhlandstraße: mit alternativer Planung Bäume erhalten und Verkehr beruhigen


Für den Ausbau der Uhlandstraße sollen 54 Bäume weichen, so sieht es ein neuer Entwurf der Gemeindeverwaltung vor (Beschlussvorschlag, Regelquerschnitt, Lageplan). Mehrheitlich hat sich der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bei Ablehnung von Tobias Rohrberg (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) für diese Planung ausgesprochen. Ein Änderungsantrag von Tobias Rohrberg (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) wurde abgelehnt. Dieser sah vor, dass die Bäume erhalten bleiben, ein Gehweg mit 2,50 Meter Breite gebaut und im Gegenzug die Fahrbahn auf die Mindestbreite von 5 Meter reduziert sowie die Geschwindigkeit auf 30 km/h herabgesetzt wird. Damit wäre auch ein sicheres Radfahren auf der Fahrbahn gewährleistet.

„Bei 5 Meter für die Fahrbahn und 2,50 Meter für den Gehweg kann schlecht behauptet werden, dass der Fuß- und Radverkehr übervorteilt wird.“

Tobias Rohrberg

Basis für diesen Vorschlag ist die Richtlinie für Stadtstraßen (RASt 06), die eine solche Abwägung vorsieht. Die Empfehlung der Verkehrsexperten lautet, dass Straßen von außen nach innen geplant werden sollen. Bedeutet: Zuerst sollten die Erfordernisse für die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, die Fuß- und Radwege, ermittelt werden und dann bei räumlichen Platzmangel die Fahrbahnbreite verringert sowie der Verkehr durch Geschwindigkeitsreduzierung entschleunigt werden.

Die aktuelle Planung: Bäume sollen weichen

Die Verwaltung stellt hingegen die Planung von den Füßen auf den Kopf und legt als erstes die Fahrbahnbreite fest, eine Regelgeschwindigkeit von 50 km/h ist unumstößlich, lehnt Verkehrsberuhigung ab, lässt Bäume fällen. Wenn der Rad- und Fußverkehr schon mal gefördert werden soll, dann nicht auf Kosten des Autoverkehrs – so der Planungsansatz. 

„Die Bäume erhalten und den Verkehr entschleunigen anstatt ihn zu beschleunigen sollte das Ziel sein.“

Tobias Rohrberg

Als Begründung für die Planung wir immer wieder ein Passus aus dem Verkehrskonzept herangezogen. Hier sind die Rückert- und die Uhlandstraße als Sammelstraßen klassifiziert. Eine Festlegung, die allein die Gemeinde vornehmen kann und auch von ihr zu ändern ist. Darauf wird in dem Verkehrskonzept auch hingewiesen. Dies ist aber gar nicht notwendig, da auch eine Sammelstraße nach Empfehlungen für den Straßenbau mit einer Fahrbahnbreite von fünf Metern ausgebaut werden kann. In dem Beschlussvorschlag wird die Uhlandstraße hingegen als Hauptstraße ausgewiesen, was sie nachweislich nicht ist und auch nicht werden sollte. Es handelt sich um eine Erschließungsstraße (ES IV).

Die Bäume erhalten und den Verkehr entschleunigen anstatt ihn zu beschleunigen, den Rad- und Fußverkehr fördern und uns Einwohner*innen vor einer steigenden Verkehrsbelastung bewahren, ist unser Ziel. Dafür setzen wir uns weiterhin ein – auch hier. TR

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